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Mercat de la Terra – wo der Asphalt grünt…

Mercat de ka Terra, by C. Hernáiz (VivaLeBio)

Mercat de la Terra – ein urbaner Markt ohne Etikette aber mit Leidenschaft

El Paral-lel ist eine der Hauptadern von Barcelona, die vom Hafen hinauf führt, und 2 populäre Stadtviertel von einander trennt:  Poble Sec und El Raval. Eine Straße, die in der Stadtgeschichte in den letzten Dekaden stärksten Veränderungen ausgesetzt war und böse Wunden geschlagen wurden und auf den Betrachter  ungeregelt und  chaotisch wirkt.

El Paral-lel war Anfang des letzten Jahrhunderts ein vibrierendes Zentrum des Nachtlebens, der Cabarets und Musikclubs, der Theater und des Vaudevilles. Es war das Montmartre von Barcelona. In den letzten Jahrzehnten hat dieser Boulevard eine Phase der Dekadenz durchgemacht und viel von seinem Charme verloren.  Investoren und  Stadtplaner haben in den letzten Jahrzehnten einen Kahlschlag verursacht und diese einst emblematische Promenade scheint ihren Geist aufgegeben zu haben. Auch die Cafés sind verschwunden, wo diese bunte Melange von Flaneurs, Künstlern und Alteingesessenen und Nachtschwärmern sich trafen. Traditionsreiche  Gebäude wurden durch hässliche, überdimensionierte Blocks und Neubauten ersetzt.

Aber seit ein paar Jahren scheint  eine Art Besänftigung eingetreten zu sein. Es ist der Versuch spürbar, diesen Wildwuchs zu zähmen und neuen Initiativen und Räumen Platz zu geben.

Eine dieser Initiativen ist der „Mercat de la Terra“, ein Food market, der hier in einem Freiraum an diesem beliebten Boulevard Barcelonas einmal die Woche seine Zelte aufschlägt.

Wo?

In den  „Jardins de les Tres Xemeneies“,  einem Platz, der sich nur wenige hundert Meter vom Hafen entfernt zur Avinguda del Paral-lel hin öffnet, findet hier einmal die Woche ein Markt statt. Umgeben von Relikten aus der industriellen Vergangenheit Barcelonas. Wie zum Beispiel die schmalen hoch in den Himmel ragenden Fabrikschornsteine aus rotem Backstein, nach denen der Platz genannt ist.

Was findet ihr hier?

Jeden Samstag werden hier für ein paar Stunden Food Stände aufgestellt. Ein Obst- und Gemüsemarkt mit saisonalen Früchten sowie mit schon aufbereiteten Produkten wie Käse, Wurst, Brot, Wein und Honig…   Mit ein paar improvisierten Federstrichen entsteht eine Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt. Holzbänke und lange Tische werden aufgebaut. Und ein offenes Feuer wird am Laufen gehalten,  über dem  regional erzeugte Essenskünste gezaubert werden. Daneben ein kleines Podium,  wo eine Band zum Tanz aufspielt. Es ist ein schmuckloser Markt, der aber von ökologischen Überzeugungen lebt und seine Vitalität gerade auch in seiner gewissen Rauheit  zeigt.

Wer organisiert das?

Freunde des Slowfood treffen sich hier einmal die Woche. Erzeuger aus dem Umland von Barcelona, wie zum Beispiel aus dem Baix Llobregat:  Wenn du mit dem Flugzeug nach Barcelona einfliegst, siehst du um den Flughafen herum eine Vielzahl von kleinen Feldern, die vom Fluss Llobregat und schmalen Wasserkanälen durchzogen sind. Von hier kommt viel von dem Gemüse und Obst, das hier angeboten wird. Nicht umsonst gelten diese Felder als Acker und Obstgarten von Barcelona.

Kleine Erzeuger mit Produkten, die ihr in keinem Supermarkt findet. Und wohl auch selten in einem Bioladen. Erzeuger, die hier ihr Publikum haben. Sie können hier ihren Austausch pflegen mit einem Konsumenten, der das Besondere, Einmalige, nicht Wiederholbare sucht. Und der kann sich rühmen, ein Produkt nach Hause zu tragen, das wohl kaum sein Nachbar oder auch Freund in seiner Speisekammer stehen hat. Je nach Wochenende immer wieder wechselnde Erzeuger. Viele mit ihren charmanten Slowfood-Schürzen ausgestattet. Eine verschworene Gemeinschaft von Leuten, die hier in den Besuchern dieses Marktes ihre Mitstreiter um eine nachhaltige Ernährung haben.  Viele der Produkte sind biozertifiziert.

Wann?

jeden Samstag des Monats von 10.00 bis 16.00, zum Treffen, zum Verweilen, zum Austauschen, zum Genießen, zum Feiern…

Achtung:  Im Monat Juli verlegt sich der Markt auf die Abendstunden jeden Dienstag von 17.30 – 22.00 Uhr.

Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt:

Die Rückgewinnung öffentlichen Raumes durch diese von der Nachbarschaft mitgetragenen Initiative.

Lesen Sie auch unseren Artikel „Ecomercats Món Empordà“, ein wandernder Bio-Wochenmarkt durch historische Dörfer der „Toscana“ Kataloniens

 

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