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Safrà del Montsec – edles Handwerk in einer langen Tradition

Die Vorgeschichte

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Katalonien schon ein Hauptanbaugebiet für Safran  in Europa.  Das sich entwickelnde Bürgertum mit ihren ersten Handelsplätzen in Mitteleuropa war einer der Hauptabnehmer für das sehr begehrte Gewürz. Und Barcelona wurde damit ein wichtiger Umschlagsort für die Safranproduzenten aus seinem Hinterland.

Diese Tradition ging im Laufe der folgenden Jahrhunderte fast vollständig verloren. In diesem Jahrhundert gab es nur noch ein paar Bauern die in einigen Bergdörfern der Vorpyrenäen die Pflanze allein für ihren Eigenkonsum in ihrem Garten anbauten. Aber ohne die Geduld und Kenntnis der vorherigen Generationen blieb fast niemand mehr, der das Wissen weitergeben konnte.

Ein Neuanfang

Ein junges Paar kehrte vor ein paar Jahren dem Stadtleben von Barcelona den Rücken zu. Auf der Suche nach einem neuen Leben auf dem Land gelangten sie in eine abgeschiedenen Gegend des Pallars Jussà, eine Bergregion der Provinz Lleida. Hier stießen sie bald auf Geschichten um dieses außergewöhnliche Gewürz. Von diesen in Bann gezogen fingen sie an über die beinahe vergessenen Traditionen des Safrananbaus zu forschen. Bis sie dann selbst den entscheidenden Schritt wagten. Auf einer Fläche von wenigen Hektar mitten in einer verwunschenen Natur zwischen Bergen und Wasser fingen sie an den Safran zu kultivieren. Terrassen in unterschiedlichen Höhenlagen bilden die Basis für die Safranfelder an einem ansonsten eher steilen Berghang.

Innerhalb weniger Jahre ist es ihnen gelungen ein einmaliges, authentisches und höchst wertvolles Produkt zu schaffen. Und ihr Name verbreitete sich wie Lauffeuer nicht nur unter den Chefs der Haute Cuisine in  Katalonien.

Das Gewürz

Ein guter Safran liebt mediterran-kontinentales Klima, kalte Winter und heiße, trockene Sommer.  Voraussetzungen, die sich auf idealer Weise im Gebirge von Montsec (der “trockene Berg”) vorfinden.

Die Blütezeit dieser zur Krokusfamilie gehörenden Pflanze dauert im Herbst zwischen 20 und 30 Tagen. In diesen Wochen werden in den ersten Morgenstunden des Tages die noch geschlossenen Blüten eingesammelt. Am selben Tag werden die Stiele oder Narben (der botanische Name) von den Blüten getrennt und sogleich getrocknet bei offenem Feuer.

Dieser ganze Prozess erfolgt manuell und mit höchster Sorgfalt. Damit wird gewährleistet, dass der Stiel direkt über der Basis der drei Filamente abgeschnitten wird, ohne diese voneinander zu trennen. Auf diese Weise bleibt nur der wertvolle rote Teil des Stiels erhalten.

Durch die Dehydratation reduzieren die Narben ihr Anfangsgewicht auf 20% und werden nach einer Lagerung von ein paar Monaten  zu diesem begehrten Gewürz auf den Handelsplätzen Europas.

Safrà del Montsec ist ein handwerklich geschaffenes Produkt, frisch, wie parfümiert und mit der charakteristischen Farbe gleich einer rotgefärbten Sonne, um die Liebhaber von Safran zu begeistern und diejenigen zu verführen, die es zum ersten Mal entdecken.

Carme Ruscalleda (katalanische Sterneköchin und Autorin)

Slow Food – Arche des Geschmacks:

Safrà del Montsec wurde 2019 von der Organisation Slow Food in die “Arche des Geschmacks” aufgenommen. Damit gehören sie zu dem  kleinen und exquisiten Kreis von landwirtschaftlichen Produzenten Kataloniens, die die Aufnahme-Kriterien von Slow Food erfüllen. 

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