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Sommerzeit heißt Tomatenzeit in dem französischen Département Pyrénées Orientales

bio tomaten auf marktstand in suedfrankreich, pyrenees orientales, ©michael statsmann, vivalebio

 

Es ist wieder soweit – auf den Marché Bio und den Wochenmärkten in den Bergfalten der Pyrénées Orientales in Kleinstädten wie Céret und Prades oder auch näher am Mittelmeer wie Collioure oder Argelès zeigen die Marktstände mit einer unbeschreiblichen farblichen  Wucht ihren Überfluß an einer Natur, die hier aus dem Umland im direkten Verkauf von den Bauern auf den Tisch gebracht wird.

Alles ist jetzt da, was die Erde  zu bieten hat, die Kirschen, die hier im Umkreis von Céret eine große Tradition haben und langsam den Höhepunkt ihrer Erntezeit überschreiten, und  nun ab Ende Juni neben all den anderen Gemüsen und Früchten vor allem die Tomaten. Wir sprechen hier von Tomaten, die keine Gewächshäuser von innen kennengelernt haben, sondern tatsächlich gereift sind unter einer  echten und realen südfranzösischen Sonne. Vergessen Sie die Tomaten, die genetisch auf genormte Uniformität gedrillt werden, um alle dasselbe Aussehen, Farbe und Form zu haben. Die von der Konsistenz einem prall gefüllten Luftballon gleichen und wer  den anpiekst, nur noch eine amorphe Masse von mehr Flüssigkeit als Fruchtfleisch vorfindet und geschmacklich vor einem kulinarischen Verfall steht. Hier gleicht keine Tomate der anderen und diese dürfen noch Flecken, Scharten, Unebenheiten und Umwuchten haben, all das was für den Gourmet ihren echten Liebreiz ausmacht.

Es gibt viele Marktbesucher die darauf schwören, daß dann die schönste Zeit anbricht für einen Einkaufsbummel über den Markt. Ein Reichtum an Farben, Formen und Gerüchen überwältigen den Besucher. Das Besondere an den Wochenmärkten in diesen Sommerwochen ist die unbeschreibliche Vielfalt an Landerzeugnissen. Es ist als würde sich die ganze Stadt und sein Umland  in diesen Stunden dort treffen und den Markt aber auch die umliegenden Cafés und Bistros und deren Terrassen bevölkern.

Die konventionell angebauten Landprodukte mögen in der Überzahl sein, aber auch ihnen sieht man eine Authentizität an, die nicht zu vergleichen ist mir einer Obstauslage in einem Supermarkt. Und die tatsächlich biozertifiziert sind, sind leicht identifizierbar an den Großbuchstaben  AB, die für  „Agriculture Biologique“  stehen und auf vielfältige Weise sich an den Markständen angebracht sind und damit schon von weitem zu erkennen sind. Es ist wohl von Vorteil, daß die Biobauern  sich wie die konventionellen Bauern auf den Märkten zusammen  präsentieren, und auf diese Weise eine lockere und natürliche Liaison eingehen  und auch ein Konsument, der vielleicht nicht auf einen Markt nur mit Bioprodukten gehen würde,  sich hier eher mal an so einer Frucht „vergreift“.

Traditionelle „anciennes“ Tomatensorten wie Cœur de Bœuf, Rose de berne, Tomates cerises, Marzan, Orange Queen, Tomate Pomme, Tomate Prune oder Russe Rouge und unzählige andere lassen die  Fantasie und Einbildungskraft des Betrachters nicht unberührt und er kann da kaum widerstehen, sich ein paar von ihnen in seinen Einkaufskorb zu legen.

Wer nach einem mehr städtischen Flair und Umfeld sucht, kann den samstäglichen Biomarkt  in Perpignan auf der Place de la Republique besuchen. Hier finden Sie Marktstände nur mit ökologischen Lebensmitteln, manche auch Demeter zertifiziert.

 

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