Search

Mit dem Zug nach Spanien – geht da bald was?

Bahnhof Portbou, Spanien

Für ein Comeback des Zuges.

 

Vor ein paar Jahren fuhr der letzte Autozug zwischen Narbonne und Hamburg. Trotz großer  Nachfrage stand nur ein reduziertes Angebot in den Hauptreisezeiten zur Verfügung. Diese Züge waren dann auch schnell ausgebucht. Von der spanischen Grenze sind es mit dem Auto ein bis zwei Stunden nach Narbonne in Südfrankreich. Somit ein perfekter Ausgangspunkt für den Autozug. Ein absoluter Luxus, wenn man bedenkt, dass man sich dann am Nachmittag lässig im Zug  zurücklehnen konnte, die Landschaft an einem vorbeizog und nach einer Nacht im Liegewagen am nächsten Mittag in Hamburg-Altona einfuhr. Es war ein buntgemischtes Publikum von Familien mit Kind und Hund bis hin zu Motorradfahrern, die dieses Angebot dankbar angenommen hatten. Auch viele Skandinavier waren damals mit dabei wie eine große europäische Familie.  Vergangene Zeiten, die man mit leichter Melancholie erinnert.

Das war eine der letzten Initiativen in Richtung iberischer Halbinsel in den letzten Jahrzehnten unter Beteiligung der deutschen Bahn.

Die Hürden beim Buchen einer Zugreise.

 

Wer heute versucht per Bahn über die Landesgrenze nach Barcelona zu buchen, kommt weder bei einem Serviceschalter der Bundesbahn noch auf deren Webseite nicht weit. Und alternativ über andere Buchungsportale zu buchen, steht auch hier schnell vor großen Hürden, was die Zuverlässigkeit der Zugverbindungen angeht.  Eventuell nachts viele Stunden auf irgendeinem Bahnhof in Frankreich auf den Anschlusszug zu warten oder sogar eine Übernachtung einzuplanen, ist nicht jedermanns Sache. Im Verhältnis zu einem Flugticket können die Reisekosten in astronomische Höhen steigen. Das Budget, der Zeitaufwand und die Nerven führen auch einen großen Idealisten an die Schmerzgrenze. 

Neue Wege.

 

Sollte tatsächlich Bewegung in ein lange nicht nur von offiziellen Stellen vernachlässigtem Thema kommen? Die Dringlichkeit der Klimafragen verbunden mit einem neuen Bewusstsein für ein entschleunigtes und nachhaltigeres Reisen in der Bevölkerung ist auch bis zu den Entscheidungsträgern vorgedrungen. In allen Ländern und auf vielen Entscheidungsebenen wird diskutiert und geplant für die große Verkehrswende hin zu einem Europa ohne Grenzen – endlich auch auf der Schiene.

Hier einige Initiativen, Stimmen und Absichtserklärungen, die ein neues Zeitalter im grenzübergreifenden Bahnverkehr einläuten können:

Die Costa Brava Initiative:   Die Handelskammer von Girona hat im Herbst 2020 ein Kommuniqué herausgebracht, das auf den Nachtzug zwischen Girona und Mitteleuropa setzt. Damit soll Girona und sein touristisch und kulturell hoch interessantes Umland mit den wichtigen Hauptstädten Europas verbunden werden. Auch hier versteht man sich als Vorreiter, um eine Alternative zu den Billigflügen zu schaffen, die Girona mit dem Rest Europas verknüpft.  Diese Reiseziele sprechen generell vielleicht mehr ein Individualpublikum an. Und diese Art von Reisenden sind oft auch klimabewusster in ihren Entscheidungen und wenden sich von dieser Art von Billigtourismus ab.  Von daher hoffen die Beweger dieser Idee in einem Trend zu liegen. Gleichzeitig setzen sie auf die Anziehungskraft des Mythos des Nachtzuges. 

die Ile de France Initiative:   Der französische Präsident hat schon mehrmals klar gemacht, dass die Inlandsflüge durch die Bahn ersetzt werden sollen. Damit hätten wir einen wichtigen Baustein zwischen Spanien und Deutschland besetzt. Ein größeres nationales Angebot gibt logischerweise mehr Möglichkeiten für die Nachbarländer, sich da mit anzukoppeln und grenzübergreifende Angebote zu schaffen.

die Berlin Initiative: Das deutsche Verkehrsministerium bringt auch einen sehr ambitionierten Vorschlag ein. Mit etwas theatralischen Worten wie Revolution des Bahnverkehrs soll mit dem Projekt TEE 2.0 ein neuer Trans Europe Express aus der Taufe gehoben werden.  Damit möchte man an den Vorläufer anknüpfen, der bis in die 80er Jahre Erfolg hatte. Hier ist zum Beispiel auch die Rede von einer Nachtverbindung von Frankfurt nach Barcelona. Was damals First Class und Luxus bedeutete, soll jetzt unter dem Klimadruck eine für alle rentable Flugalternative werden. Und bis 2025 sollen die Weichen und Schienen gelegt sein.

Hier eine kleine Übersicht über ein paar  Buchungsportale, die sich auf den innereuropäischen Bahnverkehr spezialisiert haben. Diese Experten können Ihnen auch schon heute ausgefuchste Verbindungen und Routen offerieren.   

Titanic Reisen in Berlin Kreuzberg

Gleisnost Reisen Freiburg

Kopfbahnhof – Spezialisten für Bahnreisen in Berlin (direkt am S-Bahnhof Yorck)

 

 

Foto: Bahnhof Portbou / © michael statsmann www.statsmann.com

Bis Ende letzten Jahrhunderts war der Bahnhof Portbou der offizielle spanische Willkommensbahnhof auf der Mittelmeerseite am Fuß der Pyrenäen gleich nach der französischen Grenze.

Das heutige Gebäude wurde 1929 erbaut, als Bahnhöfe wie Kathedralen konzipiert wurden.  Jetzt dient der Bahnhof für den regionalen Schienengrenzverkehr  zwischen Katalonien und der Region Languedoc – Roussillon (jetzt Occitanie) in Frankreich.

Close
© Vivalebio 2018. All rights reserved.
Close