Schaumwein, ein schillernder Terminus, hinter dem sich internationale und regionale Verästelungen verstecken.
Schaumwein hat viele nationale und regionale Farben. Was in Frankreich der Champagner oder Crémant ist, heißt in Deutschland Sekt. Oder Winzersekt, wenn er aus definierten Anbaugebieten kommt. Was wiederum in Österreich unter Hauersekt geführt wird. Und beim italienischen Spumante machen hauptsächlich der Prosecco oder Asti Spumante den Markt unter sich aus, während er in Portugal für Vinho Espumante steht.
Im spanischen Anbau war bisher der Cava das Synonym für Schaumwein. Die Region Penedès in Katalonien besitzt die Urheberrechte für Cava als sein angeborenes Herkunftsgebiet. Später kamen auch andere spanische Weinregionen hinzu, die den Namen Cava für ihre Schaumweinproduktion benutzen konnten.
Mit diesen jeweils von Land zu Land unterschiedlichen Namen etikettieren und klassifizieren gleichzeitig viele der klassischen europäischen Weinregionen ihren Schaumwein in den letzten Jahrzehnten.
Bis vor ein paar Jahren brachten eine Handvoll Winzer aus dem Penedès in Katalonien einen neuen Player ins Spiel.
Was ist da passiert? Warum dieser neue Name Corpinnat?
Vielleicht lässt sich diese Initiative am besten als „back to the roots“ verstehen.
Viele Winzer aus dem Penedès glaubten, dass der Begriff Cava in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer weiter an Wert verloren hatte. Die ursprüngliche Idee des katalanischen Cava war es, ein regionales Qualitätsprodukt zu schaffen, das dem französischen Champagner Paroli bieten könnte. Und die Region Penedès mit Sant Sadurní d’Anoia als Epizentrum war damals die Wiege dieser Bewegung. Von daher kam es diesen Winzern einer Verwässerung gleich, dass der Cava als Sammelbegriff für spanischen Schaumwein ohne weitere Qualitäts- und Herkunftskriterien galt.
So wurde vor ein paar Jahren Corpinnat geboren. Ein neuer Stern am Schaumweinhimmel. Auch wenn es vielleicht nur ein kleiner Stern ist, so ist er ein doch sehr besonders leuchtender und leitender in vieler Hinsicht. Und hat schnell für Kenner und Genießer der Szene Beachtung gefunden. Auch wenn sie nach verkauften Stückzahlen sie im Vergleich zu den Cava-Marktriesen wie zum Beispiel Freixenet und Codorníu weit zurückliegen.
Aber wenn Sie Wert legen auf Qualität, auf Umweltbewusstsein und auf ein möglichst reines Produkt ohne Zusätze, sollten Sie sich hier bei diesen Schaumweinen bedienen.
Wofür steht dieser Name Corpinnat?
Das Wort Corpinnat leitet sich ab aus dem katalanischen COR für Herz und PINNAT für Penedès.
Es steht für Nachhaltigkeit, ein regionales Produkt aus dem Alt Penedès mit nur autochthonen historischen Reben (wie Xarel-lo, Macabeo und Parellada), Ökologie, kleinen Produktionen und handgeerntet und darüber hinaus mit einer strikt handwerklichen Erzeugung. Alle Trauben müssen aus der eigenen Finca kommen und können nicht gemischt werden mit denen aus anderen Regionen. Und als letztes Kriterium muss eine Mindestcrianza in der Flasche von 18 Monaten garantiert werden.
Wer ein Produkt sucht mit klar regionaler Einbindung und Definition, mit dem Kompromiss zu seiner Landschaft und einer kleinen Produktion und Stückzahlen in einer Super-Bioqualität, der findet hier bei diesen Winzern bestimmt sein Eldorado.
Wer ist mit dabei?
Bis heute sind es insgesamt 21 Winzer, die sich unter diesem Namen in einer Art verschworener Gemeinschaft zusammengeschlossen haben. Die Angriffe kamen von vielen Seiten bei ihrer Gründung. Von Deserteuren, Abenteurern und Rebellen war die Rede. Tatsächlich hat sich hier die Crème de la Crème der traditionsreichsten Winzerfamilien zusammengefunden und konsequent einen neuen Weg eingeschlagen.
Zu den Gründungsmitgliedern, die unter diesem Dach mit ihren Schaumweinen vereint sind, zählen: Gramona, Llopart, Nadal, Recaredo, Sabaté i Coca, Torelló, Huguet-Can Feixes, Júlia Bernet, Mas Candí, Can Descregut und Pardas.
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